Das Einkommen spielt keine Rolle?

In den letzten Jahren habe ich schon an dem ein oder anderen Interview teilgenommen, sei es als Sprecher der Grünen Jugend NRW, sei es als Bundestagskandidat oder jetzt einfach nur als „junger Kommunalwahlkandidat“. Ich habe mittlerweile gelernt, dass ich nicht erwarten kann, dass ein differenzierter Inhalt und komplexe Gespräche letztendlich auch in ihrer vollen Botschaft verschriftlicht werden können. Das geht erst recht nicht, wenn mehrere Personen an einem Interview teilnehmen. Was hängen bleibt sind Kernbotschaften, gerne sehr vereinfacht. Das ist kein Vorwurf an die jeweiligen Redaktionen, schließlich will ein langes Gespräch ja auch irgendwie interessant zusammengefasst werden.

Bei dem Interview, das heute in der Glocke erschienen ist, habe ich mir offensichtlich nicht genug Gedanken über meine Kernbotschaften gemacht. Was dabei rausgekommen ist, ist in dieser Form nämlich leider nicht meine Meinung. Dort war zu lesen:

Ringbeck betont, dass es in Oelde eine geringe Kluft zwischen den Gesellschaftsschichten gebe. „Einkommen und Status spielen keine große Rolle“[…]

Deswegen möchte ich gerne nachträglich den Kontext herstellen: Wir wurden gefragt, was wir an Oelde schätzen. Auf diese Frage habe ich unsere Vereinslandschaft gelobt. Viele Vereine sind in ihrem Gefüge äußerst heterogen und das finde ich gut. Da spielt Einkommen und Status keine Rolle. Das sieht in anderen Städten mit vergleichbaren Strukturen teilweise anders aus. Und auch die neue Gesamtschule wird dazu beitragen, sozioökonomische Gräben zu schließen. Die gibt es aber noch. Ich bin durchaus der Meinung, dass wir die größten Kluften, wie ich sie nur aus Geschichten kenne, überwunden haben. Oelde ist aber sicherlich nicht frei von Klassismus.

einkommen_oelde

 

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