Fracking und Sendker

fracking-gestoppt_hnIn dieser Woche durfte ich einen Leserbrief in der Glocke lesen, in dem Reinhold Sendker, CDU-Abgeordneter und erneuter Direktkandidat in meinem Wahlkreis Warendorf Bezug auf diese Kritik von mir an ihm nimmt. Leider geht er inhaltlich kaum auf die Kritik ein und bezeichnet sie lieber als „primitiv“. Daher ging heute ein weiterer Leserbrief an der Glocke, den ihr hier schon lesen könnt

Antwort auf den Leserbrief Reinhold Sendkers bezüglich Grüner Kritik an seinem Abstimmungsverhalten zu Fracking-Anträgen

Es freut mich, dass Reinhold Sendker durch seinen Leserbrief zeigt, dass er unsere Kritik ernst nimmt, auch wenn ich mir eine sachlichere Auseinandersetzung wünschen würde. So geht Sendker inhaltlich gar nicht auf den grünen Vorstoß für ein Fracking-Moratorium ein, sondern bezeichnet ihn lediglich als taktischen Antrag und wirft mir persönlich Uninformiertheit vor. Dabei verschweigt er, dass selbst manche Kollegen aus seiner CDU-Fraktion das anders bewerten. So erklärte beispielsweise Dr. Patrick Sensburg, CDU-Abgeordneter aus dem Hochsauerlandkreis zu ebendiesem Antrag, er sei „zumindest als Grundlage für weitere Beratungen als unterstützungswürdig anzusehen“ und er „trägt mithin ausreichend Potenzial für einen weiteren verantwortungsvollen Umgang bei der Förderung von Erdgas in sich.“

Die Vertretung der Interessen seines Wahlkreises, die Sendker gerne als eine seiner wichtigsten Aufgaben bezeichnet, beutet nicht absolute Fraktionsdisziplin, sondern inhaltliche Auseinandersetzung auch mit Anträgen aus den Reihen der Opposition!

Und nur, weil der schwarz-gelbe Gesetzentwurf, der Fracking auf 86 Prozent der deutschen Landfläche ermöglicht hätte, wieder vom Tisch ist, bedeutet das noch lange nicht, dass wir von einer möglichen CDU geführten Bundesregierung nach der Bundestagswahl nicht ähnliches erwarten können. Und wenn Sendker schreibt, dass er in Berlin schon lange für ein Fracking-Verbot kämpfe, erwähnt er nicht, dass dieser Gesetzentwurf nicht zuletzt aufgrund des großen Drucks aus den Bürgerinitiativen, sowie des von Grünen beauftragten Gutachtens des Bergbau- und Umwelt-Juristen Dirk Teßmer abgeräumt werden konnte. Unter diesen Umständen davon zu sprechen, die Union hätte den Grünen die Kompetenz als Umweltpartei abgenommen, entbehrt wohl jeder Grundlage. Selbst in seinem Leserbrief widerspricht Sendker sich selbst, wenn er zunächst behauptet, er setze sich für ein Fracking-Verbot ein, im nächsten Satz aber schreibt, er wolle die Technologie verbessern.

Meine pessimistische Haltung zu dem Fracking-Kurs der CDU verstärkt sich, wenn ich beispielsweise die Äußerungen des EU-Energiekommissars Günter Oettinger (CDU) oder des wirtschaftspolitischen Sprechers der Unionsfraktionen, Joachim Pfeiffer vernehme, die Fracking noch immer als einen wahren Goldrausch darstellen. Daher frage ich mich, ob Herr Sendker im Zweifel auch gegen seine Fraktionslinie und für die Interessen des Kreises Warendorf stimmen würde, wenn ein neuer Gesetzentwurf in der nächsten Legislaturperiode die Förderung von unkonventionellem Erdgas erneut nicht verhindert.

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